Stromanbieter in Deutschland
In Deutschland gibt es derzeit knapp 900 Stromanbieter. Die Stromübertragungsnetze befinden sich auf der Niederspannungsebene, auf der private Verbraucher versorgt werden, meistens im Besitz von Stadtwerken und anderer lokaler Stromanbieter. Die Fernübertragungsnetze in Deutschland gehören den vier „Energieriesen“ E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW. Bei diesen Konzernen handelt es sich um „vertikal integrierte“ Unternehmen, die Stromerzeugung, Verteilung und Belieferung der Verbraucher unter einem Konzerndach vereinigen. Um den barrierefreien Zugang zu den Netzen für alle Stromanbieter zu gewährleisten, setzt die Bundesnetzagentur eine maximale Höhe für die Gebühren fest, welche der jeweilige Netzbetreiber vom netznutzenden Stromanbieter verlangen darf. Die Obergrenzen für diese Netznutzungsentgelte sind stark umstritten und werden über die sogenannte Anreizregulierung festgelegt.
Durch den freien Zugang zu den Stromnetzen können Stromanbieter theoretisch in allen Regionen Deutschlands Elektrizität verkaufen. Das Resultat für den Verbraucher ist eine große Auswahl an Stromversorgern mit einer großen Bandbreite von Tarifen. Einige Stromanbieter vertreiben beispielsweise sogenannte Strompakete, bei denen die Kosten für das ganze Jahr im voraus bezahlt werden. Ähnlich wie bei Autoversicherung lassen sich so günstigere Konditionen erreichen. Diese Angebote richten sich an Verbraucher, die den Strom problemlos im voraus bezahlen können. Wer dazu nicht bereit ist, sollte sich einen Stromanbieter aussuchen, der nach wie vor monatliche Abschläge in Rechnung stellt.
Viele Stromanbieter, die monatliche Abschlagszahlungen berechnen, bieten spezielle Online-Tarife an, bei denen die Abwicklung wie zum Beispiel die Mitteilung des Zählerstandes komplett über das Internet abgewickelt wird. Die so erzielte Kostenersparnis für die Stromanbieter wird zumindest teilweise an die Verbraucher weitergegeben, so dass diese Tarife häufig attraktive Konditionen aufweisen. Durch den Wettbewerb der Energieerzeuger entstehen viele unterschiedliche Tarifmodelle, die nicht immer einfach zu vergleichen sind. Wer sich mit dem Gedanken trägt, den Stromanbieter zu wechseln, sollte daher unbedingt einen Preisvergleich anstellen, der Sonderkonditionen wie Wechselboni, Energiesparprämien und ähnliches berücksichtigt. Der Stromanbieterwechsel selbst ist einfach und risikolos – der neue Stromanbieter übernimmt die Kündigung und die Ummeldung.
