Bitstream Access
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DSL-Komplettpakete mit Bitstromzugang (Bitstream Access) zeichnen sich dadurch aus, dass kein zusätzlicher Festnetzanschluss notwendig ist. Mit dem sogenannten "nackten DSL" müssen also weder von der Telekom noch von einem anderen Festnetzanbieter Leistungen bezogen werden. Lediglich eine funktionsfähige TAE-Dose muss vorhanden sein.
Der größte Vorteil dieser Komplettpakete ist neben der Unabhängikeit von Festnetzanbietern, dass die Ausgaben für Internet und Telefon (in der Zukunft auch für Fernsehen und Handy) in einer Rechnung gebündelt und über günstige Flatrates abgerechnet werden. Die Kosten für den Festnetzanschluss entfallen damit, was zu einer Einsparung von fast 20 Euro monatlich führen kann.
Internettelefonie
Während sich bei DSL-Komplettpaketen mit Bitstream Access die Internetverbindung nicht von den üblichen Angeboten unterscheidet (DSL + Festnetz), werden Telefongespräche ebenfalls über das Internet abgewickelt, was als "Voice-over-IP" (VoIP) bezeichnet wird. Diese Art der Telefonie hat Vor- und Nachteile, die reichlich Gesprächsstoff für Spezialisten bieten. Hier die wichtigsten Punkte, die beim Umstieg auf das "nackte DSL" mit Internet-Telefonie beachtet werden sollten:
Die bisherige Festnetznummer kann bei der Umstellung auf VoIP mitgenommen werden. Die Festnetznummer wird aber von VoIP nur emuliert, weshalb dem Anschluss Eigenschaften vollwertiger Festnetzanschlüsse teilweise fehlen. Dies kann zu Problemen bei Anrufern führen, die eine Flatrate für Festnetznummern abgeschlossen haben, da die Voice-over-IP-Nummern zwar wie eine Festnetznummer aussehen, aber unter Umständen anders berechnet werden. Wer also viele VoIP-Nutzer im Bekanntenkreis hat, sollte vor dem Abschluss einer Flatrate die AGB des entsprechenden Anbieters auf diese Fällle hin überprüfen.
Ein großer Vorteil von VoIP ist die Unabhängigkeit vom Standort – überall wo es einen ausreichend schnellen Internetanschluss sowie einen Computer mit Headset oder VoIP-fähigen Endgeräten gibt, kann telefoniert werden. Bei den meisten VoIP-Anbietern kann sich der Nutzer sogar an zwei Standorten gleichzeitig einloggen, schreibt die Zeitschrift "ct" aus Hannover:"Selbst im Schweizer Chalet ist er dann unter seiner Heimatrufnummer zum Deutschland-Tarif erreichbar. Eine Flatrate für den VoIP-Anschluss gilt an jedem Ort der Welt."
Geschäftskunden benötigen spezielle Angebote
Ein reiner DSL-Anschluss funktioniert im Gegensatz zu einem regulären Analog- oder ISDN-Anschluss nicht bei Stromausfall.Geschäftskunden sollten daher die Internettelefonie nur in eigens gemanagten Netzen anwenden. Im professionellen Einsatz spielen Verfügbarkeit, Sicherheit und Qualität eine wichtige Rolle. Diese können aufgrund der Rahmenbedingungen, die das öffentliche Internet zur Verfügung stellt, nicht vollständig gewährleistet werden. Geschäftsleute müssen sich überlegen, ob sie in Gesprächen mit Kunden eine schlechtere Verbindung oder gar einen vollständigen Ausfall hinnehmen können.
Ein Anschluss für alles
Beim Bitstromzugang müssen sich alle Anwendungen die Bandbreite eines einzigen Anschlusses teilen, was bei mehreren Nutzern zu Einschränkungen führen kann. Wenn etwa die Mutter telefonieren will, während der Sohn online spielt, kann das bei einer einzigen Leitung Probleme verursachen. Daher kommt es darauf an, wie gut sich regeln lässt, welche Daten im Heimnetzwerk Vorfahrt haben. Eine Verbindungsgeschwindigkeit von 2 Mbit sollte für DSL und VoIP mindestens vorhanden sein.

